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Spannungsarmglühen

Ziel des Spannungsarmglühens, welches grundsätzlich auf alle metallischen Werkstoffe angewendet werden kann, ist die Verminderung innerer Spannungen in Bauteilen ohne signifikante Änderung des Gefüges und der Materialeigenschaften.

Spannungen können als Folge von Kaltverformung (z.B. Umformprozessen, Richten), nach dem Schweißen, nach spanabhebender Bearbeitung (z.B. Fräsen, Drehen), nach ungleichmäßiger Abkühlung (z.B. Schwindungsbehinderung beim Gießen) auftreten oder aus Gefüge-Umwandlungen resultieren. Die Überlagerung der Eigen- mit den im Einsatz auftretenden Beanspruchungsspannungen kann zu unerwünschten Formänderungen (Verzug) oder im ungünstigsten Fall sogar zum Bauteilversagen durch Bruch führen. 

Eine vollständige Beseitigung der Eigenspannungen ist nachgewiesenermaßen nicht möglich, ein Spannungsabbau deutlich über 90% jedoch bei fachgerechter Ausführung die Regel.

Das Spannungsarmglühen wird bei Stahl meist in einem Temperaturbereich von 550 bis 650°C durchgeführt, wobei der Werkstoff den Spannungen entsprechend plastisch zu fließen beginnt. Hierdurch wird ein unerwünschter Verzug bei der finalen mechanischen Feinbearbeitung vermindert.